Dimensionen der Ganzheitlichkeit

Zehn zeitlos aktuelle Thesen, herausgefiltert aus dem Buch-Klassiker „Neuland-Moderation“ von Michéle Neuland:

 

These 1

Zum Lernen gehören ein angenehmes Wohlfühl-Ambiente (Architektur, Ergonomie, Licht, Farbe, Klima, Material...), technische Hilfen (Pinnwände, OHP, PC/Beamer...) und Wissensdepots (aktuelle Bücher, Internet...); leistungs-fördernde Ernährung, reichlich Bewegung an frischer Luft sowie die Beachtung des Biorhythmus´.

 

These 2 

Die vorbereitende Dramaturgie soll abwechslungsreiche, lebendige, handlungsorientierte, individuelle, offene, ziel-, prozess- und teilnehmerorientierte Elemente enthalten.

 

These 3

Ein vom Herzen kommendes Lachen ist gesund (1 Minute Lachen wirkt wie 45 Minuten Entspannungstraining) und ist ein Indiz dafür, dass Lernen Spaß macht - und Spaß bedeutet Motivation.

 

These 4 

Die Assoziation mit einem knackig-frischen Bio-Hamburger trifft am ehesten die Vorstellung von einem sinnvollen Lern-Rhythmus: Zwischen den Deckeln Einstieg und Ausstieg liegen mit entsprechenden Zutaten (wie Spiele, Aktivierungen, Entspannungen u. ä.) abwechselnd Informationsaufnahme- und Informationsverarbeitungsphasen. Informationen werden auch ´passiv´ verarbeitet, z.B. bei „künstlerischen“ Malaktivitäten (klösterliches Lernen).

 

These 5 

Es gilt die 20-Minuten-Faustregel: Steht der Lehrer/Trainer im Mittelpunkt, soll die Phase nicht länger als 20 Minuten dauern – stehen die Teilnehmer im Mittelpunkt, soll die Phase nicht kürzer als 20 Minuten dauern.

 

These 6

Der Lernende braucht ein menschliches Gegenüber, das in der Lage ist, sich in ähnlicher Form mit ihm auseinanderzusetzen – gedanklich, physisch und vor allem sozial. Die Mensch-Maschine-Kommunikation kann dem Lernenden in keinster Weise das bieten, was ein menschlicher, sozial agierender Partner kann. Jede Annahme, dass ein Computerprogramm den Lernpartner ersetzen könnte, ist nicht haltbar.

 

These 7

Nachhaltiges Lernen gelingt durch das Sammeln von Erfahrungen. Übungen, Rollenspiele, Gruppeninteraktionen, Simulationen, gelenkte Phantasien und Körper-Bewegungen sind hilfreiche Gestaltungselemente für ein solches aktives Erleben. Gezielt eingesetzte Düfte und Musikstücke können dabei unterstützend wirken.

 

These 8

Lernen ist ein höchst individueller Vorgang, dem wir im Unterricht/Training am besten durch einen bunten Methodenmix gerecht werden können.

 

These 9

Der Phase der Informationsaufnahme und -verarbeitung sollte eine Phase der Reflexion folgen. Dabei überprüft der Lernende den Sinngehalt. Jetzt erfolgt die Verknüpfung mit vorhandenem Wissen. Die Reflektion kann mit oder ohne einem Lernpartner erfolgen. Effektiver ist eine Reflektion mit einem Lernpartner. Beispiele: Einem Partner den Lernstoff erklären, einprägsame Lern-Slogans erstellen oder das aktive Strukturieren von Lern-Landkarten.

 

These 10

Die Rolle des Lehrenden wird sich grundlegend ändern. Er ist in Zukunft nicht mehr der allein Wissende und Organisierende, sondern zunehmend ein Dienstleister, der den Lernenden in seinem Selbstorganisations- und Lernprozess unterstützt.